Lust auf eine Lesung?

In Linz am Rhein, zwischen Bonn und Koblenz, findet am 14. und 15.Oktober der traditionelle Kunsthandwerkermarkt statt. Und am 14.10.ab 18 Uhr wird Linz noch bunter, denn sie wird ausgeleuchtet: Linz leuchtet.

Viele Veranstaltungen machen das bunte Treiben noch bunter, unter anderem liest Susanna M. Farkas im Café Kitsch aus ihren Büchern. Ein Besuch lohnt sich!

 

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Fantasy? Fantasy!

Das Vampirgen


Alexis Sommers hält sich für ein ganz normales Mädchen, bis sie erfährt, dass es Vampire nicht nur in Romanen, sondern auch in der Wirklichkeit gibt. Als sie sich dann noch verliebt, ist ihr Ge ...
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Erbengel


Die weiteren Bände sind in Vorbereitung. Demnächst mehr Infos hier.   Auch heute noch sind viele Menschen davon überzeugt, dass unsere Geschicke, unser Schicksal, von h ...
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Fiona - Entscheidungen (Band 2)


Eigentlich geht es Fiona gut. Sie hat einen Mann, einen Hund und einen fordernden Job. Warum sie trotzdem den geheimnisvollen Anwalt anruft, der damals nachts an ihrem Krankenbett aufgetaucht war, ...
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Blogs

Was ich will - 28.07.2017

Was will ich hier
Wüstenei angefüllt mit Menschen
Ödnis bevölkert von Tausenden Köpfen
Millionen Wünsche getränkt von Ziellosigkeit
Glück ersäuft in Konsum und Gewalt
alles, was ich finde, ist die Suche

Was mache ich hier
Schaffen, produzieren, erstellen
Planen, durchziehen, vorantreiben
Umsetzen, knüppeln, durchboxen
Friedenssehnsucht in Geschäftigkeit
alles, was ich sehe, ist die Oberfläche

Was soll ich hier
Kampf gegen den blinden Strom
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Das Ende darf beginnen - 17.07.2017

Neue Liebe tu
Ehret Geist nie weg
Leben eint Ahnen
am Ottomanen
hat nie Nebel geweint
siegt er heute bei Leuen

(Urs Radelak, Seilmacher und Rätselmeister aus Leuen im Gebirgsland) ... Weiterlesen

Die Ehre des Intars - 06.07.2017

„Rengat, das kann ich unmöglich tun.“ Mit diesen Worten, da war sich Ken sicher, war sein Schicksal besiegelt. Die Anweisung eines Höhergestellten, noch dazu des Zweiten Rengats einer Hauptloge, abzulehnen - ein solches Sakrileg würde man ihm nicht verzeihen. Drei Zyklen lang war er nun schon treuer Intar der Rundeichenreiter zu Bursiga. Alles hatte er nach seiner Initiation überstanden: Rittübungen mit komplexen Figuren, das Auswendiglernen wichtiger Texte, Gewaltmärsche, Hilfe bei der Pflege von Angehörigen des Klans ... und nun ... Weiterlesen

Nianianische Poesie: Der ich bin - 22.06.2017

Ich bin das Schwert
Geschmeidig ist mein Griff
glänzend ist mein Schaft
sanft der Klang meines Stahls
doch schärfer als Worte
sind meine Schneiden
und blendend die Gestalt meiner Klinge
Berühre mich mit geschlossenen Augen
und die Wunden werden tiefer

Ich bin der Strauch
Frühlingsgrün ist der Trieb meiner Blätter
duftend sind meine Blüten
heilend der mich durchströmende Saft
doch schmerzvoll toxisch
nimmt man zuviel
und stechend ist der verb ... Weiterlesen

Der suchende Lekur - 12.06.2017

Einst trug es sich zu, dass ein frischgebackener Lekur der Erlenreiter aus Borheim durchs Land zog, um sich dem Studium des Wesens der Liebe zu widmen. In seiner Loge war nämlich die Frage aufgetaucht, was Liebe im Sinne der Ideale des Reitertums bedeute, und es konnte Monde lang keine zufriedenstellende Antwort gefunden werden. So war man übereingekommen, einen Forscher abzustellen, um die Frage zu klären.

Der Lekur, ein junger und fröhlicher, aber auch nachdenklicher Mann, bevorzugte es, am Ufer des Rhevons entlangzureisen. E ... Weiterlesen

Das erste Dorf, Teil 2 - 06.06.2017

Die Mundwinkel der alten Frau zuckten kurz, bevor sie antwortete: „Sagen wir einfach, ich bin die letzte Nachfahrin der Keysorischen Ministerin für Wirtschaft und Recht. Und wenn Sie weiter zuhören möchten, kann ich Ihnen auch das Ende der Geschichte erzählen.“ Nachdem der Dorfwart sich zitternd wieder gesetzt hatte, fuhr sie fort: „Es würde zu weit führen, Ihnen die Umstände detailliert nahezulegen. Nur so viel sollten Sie wissen: Jede Wirtschaft, die auf diesen Prinzipien aufbaut, muss zusammenbrechen. Wenn neue Schulden mit alte ... Weiterlesen

Das erste Dorf - 06.06.2017

Vor langer Zeit taten sich im Nian der Neuzeit Menschen in einer Siedlung zusammen, um gemeinsam zu leben. Der eine konnte eben besser Äcker bewirtschaften, der andere Vieh halten, der dritte war ein guter Holzschaffer und der vierte vermochte mit dem Webstuhl umzugehen wie kein zweiter.
Dies funktionierte zunächst auch sehr gut, bis es zum ersten Mal zu einem ernsthaften Streit kam. Heute weiß niemand mehr, ob es um ein Tier ging, einen Anteil an Ackerland oder um die Qualität eines Kleidungsstückes. Doch dies ist auch nicht wichti ... Weiterlesen

Sein und Werden - 16.05.2017

Sein und Werden, Entsteh´n und Vergehen
im Zyklus der Zyklen, Gezeiten der Zeit
Werden und Sein, Vergeh´n und Entstehen
im Unten des Oben, ganz nah und doch weit

Sein und Werden, Heben und Senken
durch Traum und durch Wachen, in Waage und Lot
Erscheinen – verschwinden; erhalten – verschenken
auf Wellen des Lebens im winzigen Boot

Sein und Werden, hernieder, empor
Bewegung und Stehen, Wenden und Schwung
ob einzelne Stimme, ob mächtiger Chor
das Pendel von Hoff ... Weiterlesen

Frühlingszeit (Nianianisches Gedicht) - 03.05.2017

Wenn dort am Fluss im kühlen Tal
der Hüpfer leise quakt
der Fischer früh zum ersten Mal
sein Boot durchs Wasser stakt
Wenn im Geäst mit leisem Singen
die Blüten stehn bereit
und warten auf des Vogels Schwingen
dann herrscht die Frühlingszeit

Der Gehrat und der Eibisch blüh´n
gemeinsam Hand in Hand
Der Frühlingsglocken gelbes Glüh´n
es leuchtet weit durchs Land
Merkantus, Ulme und die Linde
erstrahl´n in Lieblichkeit
erfreuen Landherrn und Gesi ... Weiterlesen

Fiona: Zyklus 2 - Von Reloaded bis Untergrund - 28.04.2017

Vor einigen Tagen habe ich den letzten Satz von Fiona - Sterben geschrieben. Damit auch den letzten Satz zum ersten Zyklus, der immerhin aus 6 Bänden besteht, wenn wir Fiona - Wiederkehrer dazu zählen. Und das ist sinnvoll, da Ereignisse daraus im letzten Band eine Rolle spielen. Genauso wie Sarah und Thomas, die ab Band 5, eben Fiona - Sterben, mit dabei sind.

Und sie tauchen auch im neuen Zyklus auf.

Achtung, SPOILER!

Im Nachfolgenden erzähle ich etwas zum zweiten Zyklus und dabei auch Manches zum er ... Weiterlesen

Das Veilchenblatt - 20.04.2017

„Bemerkst du, was du tust?“ Die leise Stimme weckte die kleine Miya aus ihrem Tagtraum. Sie zerbröselte das handtellergroße Blütenblatt noch etwas mehr in ihrer rechten Hand, bevor sie sich der weißhaarigen Frau zuwandte und sagte: „Ich zerkrümele ein Veilchenblatt.“
„Genau“, erwiderte die ältere Dame. „Und vorher hast du es abgepflückt. Wolltest du dies so tun?“
Das Mädchen wunderte sich. So eine Frage hatte sie sich noch nie gestellt. Sie roch an ihrer Hand, die nun ein bisschen nach Pflanzensaft, ein bissc ... Weiterlesen

Mondfischer - 13.04.2017

Wie jeden Abend saß ein Fischer am Ufer seines Gewässers und betrachtete die Farben des Abendhimmels. Es war ein Frühlingstag im Winter gewesen und der Sonnenuntergang zauberte bernsteinfarbene, grüne, hellblaue und natürlich sonnengelbe Streifen an den verblassenden Abendhimmel. Der Fischer wusste genau, wenn es dunkel wurde und der Mond aufging, war die beste Zeit, seine Angel auszuwerfen. Der Mond war sein bester Freund. Bei seinem Licht zu fischen und ihn zu betrachten hatte etwas Meditatives, und auch der Mond schien sich sehr über s ... Weiterlesen

Nachrichten aus Nian - Blogstart - 13.04.2017

Hallo liebe Leute!

Heute beginne ich mit einem Blog zu den "Geschichten aus Nian". Hier werden unregelmäßig Neuigkeiten aus der Großen Flussstadt, Medriana, Harmania oder Dohrlegen veröffentlicht. Der erste Beitrag einer zur Zeit noch unbekannten Schriftstellerin aus Bursiga im Mittelland folgt sofort :).

Wir lesen uns,
der Paul! ... Weiterlesen

Tharina in der Stadt der Liebe - 27.11.2016

Da kam vor Kurzem wieder die Frage nach einer Liebesgeschichte. Wenn schon nicht als Buch, dann doch zumindest als Blogeintrag! Das sei doch sowas Schönes, vor allem in schrecklichen Zeiten wie diesen. Hervorragend zum Herbst würde es außerdem passen.

Kurz darauf fiel mir tatsächlich eine seltsame Begebenheit ein. Ob diese nach einer schönen Liebesgeschichte klingen wird, kann ich im Voraus noch nicht sagen. Ich schlage vor du begibst dich in den Raum, indem du den heulenden Wind am besten hörst, wenn möglich mit Kuscheldeck ... Weiterlesen

Meine Bilder zur Anthologie „Paternoster" (Hrsg. Christian Oelemann) - 07.10.2016

 

Zu den Besonderheiten des Arbeitsprozess und der besonderen Bedeutung des Anthologietitels

für die gestalterische Arbeit

 

 

 

Paternosterfahren ist gefährlich. Nutzer verhungerten, weil sie darauf warteten, dass sich die Türen schließen.

 

Meine Überlegungen und Arbeiten zur Anthologie "Paternoster", für die mich Christian Oelem ... Weiterlesen

Der Schwamm aus dem Meer - 10.07.2016

An einem der letzten Tage gingen wir wieder in dieses Bio-Geschäft. Es hat nicht viel mit den herkömmlichen Bioläden gemein, in denen es doch meist etwas seltsam riecht und man statt mit einem vollen Korb dann wohl eher mit einer Packung Haferflocken nachhause geht. Die Preise. Einen "gesunden Geruch", würde unsereiner hinter vorgehaltener Hand sagen. Wobei der natürlich nichts mit dem Geruch im Krankenhaus zu tun hat – denn überhaupt - Krankenhaus und gesund, Fragezeichen. Vor allem wo in letzter Zeit niemand aus meinem Bekanntenkreis ... Weiterlesen

Buch und ich - das Ende, da der Beitrag nicht ganz reinpasste. - 24.04.2016

Buch gibt es seit dem 27. Mai 2015. Es gab mir die Möglichkeit endlich wieder auf der Bühne zu stehen – noch besser, ein ganz eigenes Event zu gestalten. Auch an diesem Abend hatte ich Schmetterlinge im Bauch – Doch der Atem blieb mir nicht weg, ich kam auch nicht aus dem Leserhythmus – sondern der Abend wurde einfach nur wunderbar. Falls ich mich richtig erinnerte wurde der Kopf beim Vorlesen auch kein einziges Mal rot.

https://buch-ist-mehr.de/PWA/blogs/die-blassrosa-premiere-teil-1/

Heute ist Buch mein ganze ... Weiterlesen

Buch, seine Geschichten und ich - Gedanken zum Welttag des Buches - 23.04.2016

Es herrschte schon immer eine starke Anziehung zwischen Buch und mir. Eine Art unbegreifliche Magie zwischen den Geschichten und meiner Wenigkeit. Katharina, der kleine Trotzkopf, konnte die Geschichten der anderen so wenig leiden wie ihren eigenen Vornamen, damals im Kindergarten. So spielte ich lieber alleine in einer Ecke. Völlig asozial war ich nun auch wieder nicht – es gab da schon einen kleinen, streng ausgewählten Freundeskreis, dessen Ideen ich manchmal gar nicht so schlecht fand.

Sobald ich das Schreiben erlernt hat ... Weiterlesen

Das mysteriöse Geräusch - 02.04.2016

Paris, 2013, während meiner Ausbildung zur Rezeptionistin

Sonntags kommt es selten vor, dass wir zu zweit an der Rezeption stehen. Denn sonntags ist es ruhiger im Hotel - die Adleraugen der Chefs sind anderwärtig beschäftigt. Oder völlig unbeschäftigt. Es herrscht eine gewisse Narrenfreiheit. Das bedeutet mein Kollege erlaubt sich mehr als nur eine Rauchpause und wir können heimlich Kaffee trinken. Normalerweise dürften wir den Aufbewahrungsort des streng geheimen Kaffeeautomaten-Schlüssels natürlich überhaupt nicht kenn ... Weiterlesen

Was wurde eigentlich aus dem Erpel? - 18.03.2016

...diese Frage stellte sich Key, eine der Lesekatzen in ihrer "Blassrosa - oder die geheime Taktik des Monsieur F" - Rezension. :

http://lesekatzen.blogspot.fr/2016/02/rezension-blassrosa-tharina-wagner-by.html

Nach tagelanger Recherchearbeit kam ich zu einem Ergebnis:

Mittwoch, trüb

Sie betrachtete die Decke. Seit mehreren Wochen im blassrosa Haus, kannte sie deren Unebenheiten in und auswendig. Ein bisschen so, wie die Ecken und Kanten des Fuchses. Eine dieser Ecken war ohne jede Frage se ... Weiterlesen

Almost home - 05.03.2016

Er wusste nicht, wie weit er gelaufen war. Sein Körper wie abgelöst von einem tosenden Ich, in einer fast archaischen Getriebenheit hatte er die Blocks zu Fuß genommen. Das Treppenhaus heruntergestürzt, vier Stockwerke, immer fünf Stufen auf einmal. Er musste in den Hall der ersten Morgenstunden gebrüllt haben, Türen wurden von strubbligen Pyjamas aufgerissen. ‚Shut up‘ und ‚Verpiss dich‘- er hatte sie nie gesehen, seine Nachbarn. Im Leben vor jenem, das in dieser Nacht beschlossen hatte, mit Macht Besitz zu ergreifen von ihm ... Weiterlesen

Meine Bilder zum Roman „Isabellas Welt“ von Christian Oelemann - 06.02.2016

 

Meine Vorüberlegungen zur grafischen Gestaltung von „Isabellas Welt“

 

 

Anders als bei sonstigen Projekten ging es bei „Isabellas Welt“ um die Neugestaltung eines schon einmal erschienenen Romans, d.h. es existierte so etwas wie ein Vorbild, an das man sich gestalterisch anlehnen oder von dem man sich mehr oder minder deutlich absetzen konnte. Außerdem war anfangs noch längst nicht entschieden, ob es neben dem Coverbild ein ... Weiterlesen

Lesebilder – Ein Blog von Malte Roß - 06.02.2016

Lesebilder – Ein Blog von Malte Roß

 

Denken auf dem Papier

 

Blei- und Farbstifte liegen um das Blatt verteilt.

 

Der Computer hat für mich zwar zahlreiche und entscheidende Funktionen vor allem bei der Weiterverarbeitung von Bildern übernommen. Den Anfang machen aber immer noch Stift und Papier. So kann ich ohne ... Weiterlesen

Der kleine, grüne Koffer auf Reisen - Teil 1 - 03.02.2016

Ich packe in meinen kleinen, grünen Koffer….

….einen Flughafen. Der von Montpellier ist sehr überschaubar, nicht allzu groß. Böse Zungen könnten ihn sogar als winzig bezeichnen, aber da ich nicht zu diesen zähle, wage ich es nicht mir eine solche Bemerkung anzumaßen. Obwohl ich durch die Tür gegangen bin, auf der groß „Arrivées“ steht, kann ich die Gepäckabgabe bereits kurz nach dem Eintreten erkennen. Ich muss nur ein paar hundert Meter weit gehen – vorbei an angeregt diskutierenden Passagieren, gestressten Stew ... Weiterlesen

100 Bilder - 100 Geschichten - Der Portraitzeichner - 03.02.2016

Im 19.Bücherstadt Kurier wurde eine Kurzgeschichte zu einem Bild gesucht, dazu hier der Link:

 

http://issuu.com/buecherstadtkurier/docs/bk19

 

Ihr könnt euch natürlich aussuchen, ob ihr erst das Bild anschauen oder meine Geschichte dazu lesen möchtet - diese befindet sich auf Seite 33 (genau wie das Bild) und auch hier, einfach den Punkten folgen.................................................................................................... ... Weiterlesen

Die alte Herberge - 03.02.2016

Der Regen hatte aufgehört. Es tropfte nur noch von den Bäumen.
Alles, was ich am Körper trug, war schwer von Nässe. Und langsam wurde es kalt. Zur Dunkelheit der Wolken gesellte sich die des anbrechenden Abends. Ich würde es nicht mehr bis nach Hause schaffen. Der Weg war noch viel zu weit. Ich war zulange auf ein und derselben Stelle geblieben, während sich das Gewitter ausgetobt hatte. Ich konnte jetzt nicht mehr viel weiter gehen. Ich brauchte unbedingt einen trockenen Platz zum Schlafen.
Auf den kleinen Wiesen, die hier ... Weiterlesen

Balthasar - 03.02.2016

Ein trüber Tag, es war nicht anders zu erwarten. Ein mattgraues Regenband hatte sich sanft um das Bergische Land gewickelt, unaufdringlich fast, weil der Oktober sie so wunderbar knüpft. Diese feuchtnassen Vorboten von Winter und Verjährtem. Irgendwo da, wo die Schwere bleierner Wolken den bunten Blätterteppich nicht ohne Hingabe küsst.

Eine kleine Autofahrt durch eben jene Region liess mich in dieser Herbstloge sitzen und ich war fasziniert von der Präzision jahreszeitlicher Begegnung jenseits des Seitenstreifens der Autobahn ... Weiterlesen

Mirabelle - 03.02.2016

Ihre Spur führte nach Süden. Sie hatte es immer gewusst, ein innerer Auftrag; keine Obliegenheit hier im blitzblanken Städtchen konnte darüber hinwegtäuschen. Eine Unruhe war ihr geblieben seit dem Moment, an dem sie es zum ersten Male als Skizze eines möglichen Plans gedacht hatte. Dass sie wegwollte. Fort von hier. Ein belangloses Jetzt war das gewesen, zwischen Abwasch und der Sorte Verrichtung, die man vergisst im Augenblick von Vollzug. Das Jetzt zwischen zwei Einheiten von Leere, die es immer wieder schaffte, sie in ihrer Wucht z ... Weiterlesen

In der Stille lausche ich der Musik in meinem Kopf. - 03.02.2016

Soudtrack zum Beitrag: https://www.youtube.com/watch?v=RkPy4yq7EJo&list=PLNjrYrbTvW_w83kbeM4eJ3...

 

Mein Auto rollt rückwärts durch das Tor. Schnell drehe ich den CD-Player ab, um meinen himmlischen Nachmittags-Soundtrack im Ohr zu behalten. So lange mir das gelingt, bleibt mir das Lächeln auf den Lippen. Seltsam, was Musik mit uns anstellen kann. Kurz steige ich aus, um das etwa zwei Meter hohe Holztor abzuschließ ... Weiterlesen

Der eherne Löwe - 03.02.2016

Die Morgennebel krochen über das Pflaster, nur langsam stiegen sie. So irrte ich, Weniges bloß erkennend, durch die Straßen. Um eine Ecke biegend, fiel mir ein altes ehernes Tor ins Auge, das ich schon einmal gesehen hatte. Doch niemals zuvor, wenigstens nicht, dass ich mich erinnern konnte, hatte ich den gewaltigen Löwenkopf mit dem Ring im Maul bemerkt, der als Türklopfer diente. Ich blieb davor stehen. Ein paar Tropfen des feuchten Nebels waren daran hängen geblieben und als ich sie mit der Hand berührte, war mir, als bewegte sich ... Weiterlesen

Unterdessen in Südfrankreich - 03.02.2016

Angenehm scheint mir die Herbstsonne auf die Haut, während ich vorbei an der Polizeistation spaziere. Mir entgegen kommen hauptsächlich Jugendliche, meines Erachtens Schüler, die wohl gerade in der Mittagspause sind. Die meisten lachen, lassen mich Happen ihrer Gespräche erhaschen. Gespräche über die Kurse, Klamotten, Lehrer, Mitschüler. Unbesorgte Gespräche. Und doch denkt man die Probleme der Welt zu kennen, denn außer seinen eigenen existieren ja keine. Ich lächle nostalgisch.

Die Straße, die ich gemütlich entlang schl ... Weiterlesen

Der Weinkeller des Knochenmannes - 03.02.2016

Die Dämmerung sank und die Nacht stieg herauf, als ich den Platz suchte, an dem ich bei Tag vorbeigefahren war. Auf der sonnenverbrannten Wiese hatte ich Steinplatten gesehen, die wie die Fundamente einer Ruine anmuteten. Der Gedanke daran, was es dort zu entdecken gab, hatte mich nicht mehr losgelassen.
Ich fand die Stelle rasch wieder. Einige Steine ragten aus dem Boden ein Stück heraus, andere waren schon unter Erde und Gras versunken. Ja, hier musste wohl ein Haus gestanden haben. Ich stolperte öfters, als ich in einer großen R ... Weiterlesen

Dienstschluss - 03.02.2016

Stoßartig atme ich aus, bevor ich den Umschlag in den Safe werfe. „Du hast Glück, dass du schon heim kannst.“, meint meine Kollegin, während sie unterschreibt. „Hm.“ Ich sehe ihr an, dass sie so unzufrieden mit ihrem Posten ist wie ich. Unzufrieden? Ist das das richtige Wort? Vielleicht eher unausgelastet - vor allem aber uninspiriert, desinteressiert. „Sie nerven mich alle nur noch. Ich würd‘ gern von hier verschwinden.“, bestätigt sie meine Vermutung. „… aber dazu muss ich erst einmal was anderes finden.“ Muss sie? ... Weiterlesen

'Pata Pata' - 03.02.2016

Sommer in Deutschland. Hitze mit Chillout in Strandbars und Eiscafés, Mittagsglast über Stadtrandbebauung sorgt für die Art Unbeweglichkeit in Flip Flops und spärlichem Textil, díe mich gerade noch Eisbestellungen und peinliche Refrains von grenzdebilen Badehits stammeln lässt.

Zwischen Strohhalm und klickernden Eiswürfeln sehne ich den Eismann von früher zurück, den mit der Bimmel und kecker Schiebermütze, drei Eissorten und immer einen schrägen Witz für uns Kinder auf Lager. Zehn Pfennig die Kugel, an guten Tagen auch m ... Weiterlesen

Amor d´un dia - 03.02.2016

Der Tag versprach heiß zu werden. Die zu erwartenden Temperaturen in seiner Dachwohnung forderten einen kurzen Scan auf die Tagesplanung, vor zweiundzwanzig Uhr lohnte es angesichts der zu erwartenden Zwei-Zimmer-Sauna kaum, an Rückkunft zu denken.

Poker vielleicht. Essen mit der Ex, Sauna und Massage bei der kleinen Thai - er vertagte das Thema, nichts sprang ihn als Inspiration wirklich an nach einem Wochenende, das wechselhafter kaum hätte sein können in seiner etwas befremdenden Ansprüchlichkeit. Erschöpfender auch, er hatt ... Weiterlesen

Der Ascheschacht im Keller - 03.02.2016

Der Ofen war kalt und die Nacht würde es auch sein. So ging ich in den Keller, um Kohlen herauf zu schaffen. Ich nahm die schwere Schaufel und füllte den Blecheimer.
Es dauerte nicht lange und er war voll, wenigstens so voll ich ihn machen konnte, um ihn noch bis in den zweiten Stock zu schleppen. Ich verschloss die Brettertür der kleinen Kammer wieder und hob den Eimer hoch, um die Treppe herauf zu steigen. Da kippte der Eimer etwas und drei Kohlen fielen heraus. Sie kullerten über den Boden und hinterließen dort schwarze Spuren. ... Weiterlesen

Vom Gedenktag der grünen Stubenfliegen - 03.02.2016

Seit jeher sind die grünen Stubenfliegen die beliebtesten Haustiere der Dorfbewohner. Man liebt vor allem ihr Glitzern. Zum Einschlafen summen sie hinreißende Melodien. Nicht einmal die Grillen schaffen es ihnen Konkurrenz zu machen. Herr Fliegentraum hat eine besonders ansehnliche Fliegenzucht. Es ist ihm gelungen eine Fliegensorte zu züchten, die selbst im Dunkeln grün schimmert. Er ist sehr stolz darauf. Die anderen Dorfbewohner verneigen sich respektvoll, wenn sie auf der Straße an ihm vorbeikommen. Viele Mütter versuchen den Herrn ... Weiterlesen

Auszeit - 03.02.2016

Ein paar Tage schon hatte er schon so verbracht. Pendelte entlang an dem Wenigen, das einem Urlaub Struktur zu verleihen vermag. Ein Termin in der Chiropraxis, der Rücken. Die Sitzerei beim Jahrestreffen von Leistungsträgern, Schlipsundkragengipfel unter spanischer Flagge, sein Körper vertrug das alles nicht mehr ohne zu klagen. Kleine Reparaturen, kurz in den Pool. Die Nachbarn und alte Bekannte, das Mittagsmenü unter einem sonnigen Wind, den ihm in seiner Frische und Leichtigkeit nur dieses Land zu schenken vermochte.

Und obsch ... Weiterlesen

Feuergeister - 03.02.2016

Das Zündholz zischte, als ich es an den Wandziegeln des Kamins abstrich. Die Flamme erschien und ich hielt sie an das zusammengeknüllte Zeitungspapier, das zwischen die Holzscheite gestopft war. Es begann zu rauchen und ich blies es an. Bald begann es, die Scheite anzustecken.
Das Holz knisterte und knackte. Im Schneidersitz ließ ich mich vor dem Kamin nieder und schaute wie gebannt in die Flammen. Heiße Wellen schlugen gegen meine Wangen. Doch es war mir wohl. Ich kniff die Augen nur ein wenig zu.
Die Flammen tanzten unheiml ... Weiterlesen

Ein Ausschnitt aus der Dorfzeitung - 03.02.2016

Zwei Brüder spielen jeden Sonntag Tennis. Der ältere gewinnt meist, denn er ist größer und stärker. Aber irgendwann, Jahre später macht der Altersunterschied nichts mehr aus und beide gewinnen gleich oft. Je spannender das Match wird, umso mehr füllt sich der Platz. Bald zahlen die Zuschauer Unsummen an Geld, um ihnen beim Spielen zuzusehen. Sie regen sich zwar über die Preise auf, haben aber irgendwo gehört den Mitgliedsbeitrag des Vereins müssten sie sowieso zahlen – also verstecken sie ihre Beschwerden lieber hinter ihren beha ... Weiterlesen

mein lied - 03.02.2016

höherer flug, den zeiten gestundet
bieg ich den regen, versinke im sand
vertäu die gezeiten in schaum und gewitter
bis stille gebiert was lautloser kommt -
schwur meiner selbst, einer tönenden sage
rollender donner, der plötzlich verstummt.
weiß ich dich als mein lied,
mein wohl kühnster gedanke -
woge aus glas
mein choral aus kristall.

... Weiterlesen

Die blassrosa Premiere Teil 2 - 03.02.2016

Ich gehe durch die Tür des Saals. Obwohl wir die ganze Generalprobe lang gelüftet haben, steht die warme Luft. Und das bei dem Regenwetter. Zu meiner Linken befindet sich der große Spiegel, vor dem ich vor Jahren tagtäglich unterrichtet habe. Ich hätte gedacht, dass mich das emotional berühren könnte, aber, zumindest in diesem Moment, löst es nichts in mir aus. Natürlich kann es sein, dass die Aufregung alle anderen Emotionen überdeckt. Über eine Hälfte des Spiegels haben wir das schwarze Banner des Radiosenders gehängt, der die ... Weiterlesen

... und ward nie mehr gesehen - 03.02.2016

Wen immer man zuletzt auf Horst Kochmüller angesprochen hätte, es wäre ein Achselzucken erfolgt, vielleicht auch ein erstaunter Blick, die Frage pantomimisierend: Woher soll ich denn das wissen?
Das hatte freilich einen Grund, und dieser soll hier nicht verhohlen werden, sogar auf die Gefahr hin nicht, dass er für banal gehalten werden könnte: Kochmüller, der zeit seines Lebens ein nahezu akribisches Gefühl für seinen Selbstwert hegte, erkannte (Datum und Uhrzeit sind nicht bekannt): er war überflüssig geworden, vor allen Din ... Weiterlesen

Der Lektor - 03.02.2016

Der Lektor kam eines Jahres über mich wie ein seltsam geartetes Glück. Eine Mischung aus Schönstem und Heimsuchung, fast wie ein schwieriges Erbe. Wie die berüchtigte Scholle aus Wüste von Gartenland, von Omi geerbt, ein alter, leicht ranziger Hut oder eine humpelnde Landschildkröte, man munkelt aus der Hand eines Zaren. So kam er über mich. Der Lektor. Ein holpriges Glück.

Das Lektorat kommt spontan, ohne Umschweife, stets ohne Termin oder sonderliche Formelhaftigkeit. Es hockt plötzlich da, Sakko in bleu, Stapel von Manusk ... Weiterlesen

Die blassrosa Premiere Teil 1 - 03.02.2016

Da der Spiegel nur meinen Oberkörper zeigt, mache ich ein paar Schritte nach hinten. Vielleicht hätte ich Make-Up auftragen sollen, aber irgendwie sind mir solche Nebensächlichkeiten in letzter Zeit alles andere als wichtig. Mein Outfit ist gar nicht so grell, wie ich erwartet habe. Wobei man als Veranstalter doch bestimmt greller sein darf, als seine Zuschauer. Dürfen ist in diesem Fall sowieso ein ziemlich dummes Wort. Ist dürfen nicht immer ein dummes Wort? Ich trage einen Rock mit orange-pinkfarbenem Muster. Vielleicht ist der sogar ... Weiterlesen

Paternoster - 03.02.2016

Regensonntage mit ihren kleinen Fluchten zwischen zwei ‚Eigentlich-Sollte-Ichs‘ sind mir schon von Kindesbeinen an kleine Oasen launiger Verschwendung von Zeit. Letzte Inseln von Unverplantem, die das Endlosförderband wichtiger Begebenheit zwischen den Ausrufezeichen des Lebens beschert. So bin ich – ansonsten frei von weltanschaulichem Bekenntnis – doch dankbar für der Hüter christlicher Werteordnung unerbittlichen Kampf zur Verteidigung dieser letzten, immerhin doch leidlich stillen Bastion.

Auf der Schaukel so gepflegte ... Weiterlesen

Schwarzer Hinze - 03.02.2016

Ich war bis hoch gestiegen, bis zum obersten Stockwerk und dann noch weiter bis zum Dachboden. Dort sah ich sie ganz nah vor mir. Ihre grünen Augen waren es, die ich vorhin im dunklen Treppenhaus so unheimlich leuchten gesehen hatte. Diese starrten mir nun entgegen. Das schwarze Fell kurz gesträubt, setzte sie sich vor den Eingang des Dachbodens. Ihr Fauchen ließ mich erschauern und wohl diesem Schauer geschuldet, warf ich einen Blick hinter mich. In meinem Rücken war das Treppenhaus leer. Das beruhigte mich ein wenig. Doch als ich wiede ... Weiterlesen

Fühlmal - 03.02.2016

Museum, neulich halb zwei. Souvenirshop - Groschengrab und Kammer des Schreckens für gebeutelte Eltern nach Stunden schweißtreibenden Slaloms mit umtriebigen Minderjährigen. Stundenlang herum um kostbare Exponate, um die strenge, ins Nichts getackerten Blicke livrierter Museumsbediensteter.
In die Erleichterung über ausgebliebene Keilereien vor edlen Glasvitrinen mischt sich ein Hauch von akuter Unlust angesichts der letzten Hürde vor dem gesegneten Ende eines Familienausflugs. Im Gewusel von Brustbeuteln, angesagten Flummis mit i ... Weiterlesen

Kochmüller signiert nicht gern - 03.02.2016

Es sei ja eine schlechte Nichtigkeit, Schatten, Staub und Wind;
eine Wiesenblum, die man nicht wiederfindt, äußerte Horst Kochmüller, als er gefragt wurde, ob er seine Bücher gern signiere. Sehen Sie, so er, was ist schon eine Unterschrift? Etwa ein Beweis, dass man dem Bewunderten tatsächlich Aug in Aug gegenüberstand? Wer will denn das später noch wissen?
Kochmüller sah mich prüfend an, und als ich ihm das hingehaltene Buch wieder entzog, lächelte er, wenn auch schwermütig. Sie haben es verstanden, so er zu mir. Ich ... Weiterlesen

Der Fischer am Fluss - 03.02.2016

Die Nacht war schon weit vorangeschritten. Der Mond verhüllte sich in dunklen Wolken. Meine Schritte wurden lauter, sie hallten deutlich wider, als ich den kleinen Tunnel betrat, der unter den Gleisen hindurch führte. Die Steinblöcke des Mauerwerks fühlten sich kalt an. Der Schrei einer Ente schreckte mich, als ich aus dem Tunnel herauskam. Vor mir lag endlich der Fluss. Ich vernahm den Klang des leisen Wellenschlags.
Ich ging am Ufer entlang, in der Richtung, die mich zu der großen Brücke führte. Zwei ihrer ungeheuren Pfeiler z ... Weiterlesen

Klohs in der Fleischerei - 03.02.2016

Kochmüller hatte seinen Besuch bei Peter Klohs'Lesung in der Fleischerei längstens ins Auge gefasst, obwohl er sich eines ihm von Klohs erteilten linken Hakens noch gut erinnere, doch bevorzuge er nun mehr, Peter Klohs, der ja Keinfax sei oder zumindest gewesen sei, in alter Freundschaft, wie ja man so sage, auf der Frankfurter Buchmesse wiederzusehen, dann nämlich, wenn er den Deutschen Buchpreis überreicht bekomme. Kochmüller wisse zwar, dass dieser Preis eigentlich ihm zu stehe, aber er wolle Fünfe gerade sein lassen und seine Vorz ... Weiterlesen

Ausgeklopft - 03.02.2016

Kochmüller zeigte sich äußerst gefasst, als er vom Tode seines alten Schreibgefährten Günter Grass erfuhr. Es habe ja so kommen müssen, so Kochmüller.Er, also Kochmüller, habe, wie möglicherweise bekannt sei, dem HErrn bereits Aug in Aug gestanden, aber der HErr habe gekniffen.
Viele der deutschen - sogenannten - Schriftsteller seien im Grune keine, allenfalls Autoren seien sie, also Waschzettelbeschrifter.
Er verneige sich vor einem Mann, der als einziger erkannt habe, wie gut Kochmüllers Roman "Die blechnerne Trommel" ... Weiterlesen

Avec un tel accent - 03.02.2016

Voici mon premier blog en français que je viens de présenter au beau festival "Un printemps à Béziers"

https://immeubleassociatifbeziers.wordpress.com/un-printemps-a-beziers-l...

Avec un tel accent

J’ouvre mon blouson. Pour cette époque de l’année, il fait déjà drôlement bon, mais ça doit être comme ça dans le sud. Le feu de circulation passe au rouge quand j’arrive juste devant. Bien sûr, je pourr ... Weiterlesen

Schade - 03.02.2016

Sind sie, oder fühlen Sie sich als Autor bedeutend?

Horst Kochmüller errötete (für Außenstehende nicht sichtbar, aber er gab später an, es gespürt zu haben).

Nein, für einen bedeutenden Autor halte er sich nicht, so Kochmüller.
Allerdings schätze er kaum einen der immer wieder in Rede stehenden Textejakulateuren erwähnenswert ein. Weder Frau Grauling, noch Frau James. Mist sei das alles. Zu viel und zu bedeutungslos sei allerdings immer schon geschrieben worden, so Horst. Schon vor meiner Zeit. Das sei ja das ... Weiterlesen

Weltliteratur - 03.02.2016

TV 7:
Guten Abend, Herr Kochmüller!
HK:
Ich grüße.
TV 7:
Wieder einmal ist ein Buch erschienen, dessen Autor – angeblich - Horst Kochmüller heißt.
Nun, sogleich meine Frage: angeblich oder definitiv?
HK: Wenn Sie jetzt auf „Nur für Erwachsene“ zielen, dann gibt es nur eine Antwort, kann es nur eine Antwort geben: Definitiv bin ich der Verfasser von ….
TV 7:
Vorsicht, Herr Kochmüller! Sie kennen gewiss das geflügelte Wort: wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er ... Weiterlesen

Kochmüller vor der Akademie - 03.02.2016

Akademie:
Sehr geehrter Herr Kochmüller, oder wäre es Ihren lieber. Wenn wir Sie bereits in vorauseilendem Gehorsam Dr. Kochmüller nennten? – Sie sind bekannt dafür, nicht eben zimperlich beim Loben ihres eigenen Werks zu sein. Zuerst meine Frage: kann man sich eine solche Überheblichkeit, eine solche Eingenommenheit von sich selbst eigentlich aneignen? Kann man derlei erlernen?
HK:
Man kann. Lesen Sie meine Bücher aufmerksam, und Sie werden unweigerlich feststellen, dass in Ihnen der Wunsch reift, selbst ihr Autor ... Weiterlesen

Grenzen - 03.02.2016

Ich öffne meine Jacke. Für Anfang November ist es ziemlich warm, aber vielleicht war das letztes Jahr genauso. Die Fußgängerampel schaltet auf Rot, als ich vor ihr ankomme. Natürlich könnte ich sie noch überqueren, wenn ich wollte, aber da ich früh dran bin, entscheide ich mich dagegen. „Berufsorientierungszentrum“ steht auf der Tafel der Straße mir gegenüber. Nicht schlecht, dass ich angehalten habe, sonst hätte ich die bestimmt übersehen.

Was ich dort machen will, wo ich doch einen unbefristeten Vertrag habe? Obwohl ... Weiterlesen

Kochmüllers Plattentüte - 03.02.2016

Wenn zwei sich freuen, friert oft der Dritte.

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Naturgewalten - 03.02.2016

Anscheinend findet er es mittlerweile zu anstrengend die Blitze durch das schmale Wohnzimmerfenster zu beobachten, denn ich spüre, wie sich das Sofa leicht unter seinem Gewicht senkt. Ich selbst verkrieche mich so gut wie möglich unter der Decke, als ob mich die vor dem Gewitter schützen könnte.
"Gehen wir dann runter schlafen?", fragt er, woraufhin er das letzte Mal den Rauch seiner Zigarette ausatmet. "Nein, heute nicht..." murmle ich und er will wissen wieso."Wenn der Strom wieder angeht bleibt ja sonst das ganze Stockwerk beleu ... Weiterlesen

Kochmüller über Trömpener - 03.02.2016

Es gibt ihn also doch auch noch im dritten Jahrtausend, den zeitgewichtigen Bildungsroman vom Schlage eines Theodor Fontane oder Gottfried Keller. Unlängst vorgelegt hat ihn Magnus Hochfeldt, der sich bereits mit einigen Bänden gefälliger Prosadie Mißgunst der bundesrepublikanischen Kritik und somit verdiente Schützenhilfe des Kollegen Walzer zuzog. Trömpener ist Hochfeldts knapp tausend Seiten starker Versuch betitelt, den Quadraturzwang des Kreises - zumindest vorübergehend - zu Gunsten einer Ellypsierung aufzuheben, und das vermitt ... Weiterlesen

Wie immer - 03.02.2016

Vor vier Jahren teilte ich zwei winzige Räume mit einer so gut wie Fremden und ihrer läufigen Katze. Ein Durchgang ohne Tür verband die beiden, also fühlte es sich an, als lebten wir in einem einzigen Zimmer. Staubig war das Flohmarkt-Sofa auf dem ich schlief. Egal wie früh ich morgens aufstehen musste, abends gab es immer Lärm. Die Toiletten und das Bad waren nicht nur schmutzig, sondern wurden noch dazu von fast zehn verschiedenen Wildfremden benutzt. Fremd war sie auch, diese seltsame Sprache. Ich war trotzdem glücklich und zufried ... Weiterlesen

Zwei Fremde - 02.02.2016

Es war einer dieser 35-Grad Tage, um die mich die Freunde in Österreich beneideten und meine Mutter. Ja, meine Mutter vor allem, da die sogar bei 15 Grad ins Meer springt und aufgrund des regnerischen Sommers kurz vor der Depression zu sein schien.
Der Region hier hätte ein bisschen mehr Regen bestimmt ganz gut getan. Das weiß ich, weil es mir der Weinbauer von gegenüber verraten hat. Wo er nur 700€ Rente bekommt, hat er natürlich das ganze Jahr über gearbeitet. Um zumindest ein paar Fläschchen am wöchentlichen Markt zu verka ... Weiterlesen

Der wirkliche Würfel - 02.02.2016

Es gibt (unter anderen) ein Thema, das die Menschheit in der einen oder anderen Form vermutlich schon beschäftigt, seitdem sie die Kunst der Selbstreflektion entdeckt hat.

Das Leib-Seele-Problem.

Das Leib-Seele-Problem, das irreführenderweise nur Problem heißt, ist eigentlich mehr die Zuspitzung der Frage, ob die Welt aus Materie besteht. Dabei ist die Fragestellung, eine Kernfrage des Dualismus, mit enormen Auswirkungen in der Religion und der religiösen Praxis (z.B. wenn man das Schicksal der Katharer betrachtet), am ei ... Weiterlesen

Entschuldigung - 02.02.2016

Kochmüller!
Entschuldigung, da habe ich mich wohl verwählt.
Nicht weiter tragisch, aber es wäre schon nett, zu erfahren, wer sich da verwählt hat.
Mein Name tut nichts zur Sache!
Doch, wenn Sie mich fragen, ist er in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung!
Wirklich?
Ja!
Aber ich habe mich verwählt, das kann doch mal vorkommen!
Selbstredend kann das mal vorkommen, aber es kommt bei mir, also meinem Telefon einfach zu oft vor.
Und was machen Sie dagegen?
Gewöhnlich lege ich a ... Weiterlesen

Kochmüller will Bier - 02.02.2016

Bass erstaunt war ich, als ich gestern Kochmüller in der Fußgängerzone begegnete.Das sagte ich ihm auch, gab sogar zu, dass ich ihn verstorben gewähnt hatte, woraufhin Kochmüller ein Lächeln zutage förderte, das ich auf seinem Gesicht in ähnlicher Form noch nie gesehen hatte. Er schien mein Erstaunen zu genießen und sprach darob zu nächst wenig, sondern aalte sich. Als ich aber auf ihn einredete und einredete, insistierend seinen Quasiabschiedsbrief erwähnte, mahnte er meine Geduld an, die ich allerdings gar nicht vorrätig hatte, ... Weiterlesen

Kleingedrucktes - 02.02.2016

Sowohl christliche als auch muslimische und jüdische Fachblätter berichten, allerdings nicht auf den Titelseiten, dass im Himmel ein MACHTWECHSEL bevorstehe.In CHRIST UND WELT und in HIKMA wird Horst Kochmüller sogar namentlich erwähnt. Bislang keine Leserbriefe!

... Weiterlesen

Kochmüller grüßt Gott - 02.02.2016

Herr, sage ER bitte nicht, dass ich ihn nicht vor diesem Kochmüller gewarnt hätte!
Derlei Absichten liegen mir fern, Gabriel! Aber, wenn Sie mir so kommen, steckt doch eine Absicht dahinter. Also raus mit der Sprache!
Kochmüller verbreitet Unruhe, er ist ein Aufwiegler!
Soll ich ihn etwa wieder rausschmeißen? Ist es das, was Sie mir nahebringen wollen?
Was heißt hier wieder, Herr? Warf Er den Möchtegern etwa schon einmal hinaus?
Ich verbitte mir das! Unbotmäßige Anmaßung nenne ich das!
ER meint do ... Weiterlesen

Kochmüller erhält Einlass - 02.02.2016

Herr, es hat geklopft!
Ich habe es wohl gehört. Wir öffnen nicht.
Wieso nicht, Herr?
Weil es Horst Kochmüller ist, wenn ich mich nicht sehr irre.
Der Herr belieben selten zu irren, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.
Nein!
Dann nicht. Es ist übrigens in der Tat dieser Kochmüller - ich habe gerade durch den Spion geschaut.
Sage ich doch!
Nein, dass ich durch den Spion schauen sollte, sagte Er mit Verlaub nicht.
Eine Frechheit, dass der sich hier blicken lässt! Glaubt er allen E ... Weiterlesen

Der Kampf um den Flug - 01.02.2016

Die schwere Tasche zieht meine Schulter nach unten. Ich erwarte mir bereits rote Striemen darauf, wie ich sie nach jeder Reise habe. Jedesmal schockiert mich das, obwohl ich natürlich spüre, dass sich der Riemen der Tasche in meine Haut schneidet. Sicher hab‘ ich einen Koffer mit Rädern, aber in meinem Billig-Hinflug war wie üblich nur Handgepäck erlaubt.

Meine Tasche ist um einiges zu schwer und ein bisschen zu groß, um als Handgepäck durch zu gehen. Allerdings hab‘ ich bereits beim Hinflug bemerkt, dass ich einfach nur s ... Weiterlesen

Auch du kriegst den Job - 01.02.2016

Der Sommer 2013 war ein seltsamer Sommer. Die meiste Zeit war das Wetter schlecht, außer an zwei-drei Wochenenden, wo es plötzlich 40° hatte.

40° in Paris macht überhaupt keinen Spaß. Die stickige Luft bleibt an den Wolkenkratzern kleben und selbst nachts ist es noch so heiß in der Metro, dass man beinahe umkommt. Falls diese Metro nicht gerade irgendwo im tiefen Schwarz steckt, da jemand in einer davor vor Hitze einen Zusammenbruch erlitten hat und nun das ganze Netz lahm liegt.

In diesem verrückten Sommer arbeitete ... Weiterlesen

Freund Kochmüller? - 01.02.2016

Von Kochmüller nicht nur nichts Neues sondern überhaupt nichts mehr seit dem letzten Telefonat, das so Knall auf Fall (sic) endete. Selbstredend wählte ich seitdem mehrfach seine Nummer, doch wurde meine Gespächsbereitschaft nicht mit Annahme belohnt, weshalb ich mittlerweile annehme, dass der des Feierns unlustige Kochmüller, obendrein des Lebens überdrüssig geworden, bereits physisch längst keine Last mehr ist. Wie bekannt, war mir Horst Kochmüller zeit unseres Kennens durchaus eine Last gewesen, weil er mich immer wieder in seine ... Weiterlesen

Ein Auszug aus Tharinas Tagebuch - 01.02.2016

Heute Nachmittag fuhren mein Freund und ich an den Fluss, um zu baden.

Das heißt ich fuhr an den Fluss, um zu baden und er eigentlich, um zu wandern. Aber wir hatten uns das nicht ausgemacht, sondern einfach nur gesagt „Wir fahren an den Fluss.“

So kam es, dass er bei 30° den Berg hochwandern wollte und ich mich dagegen sträubte, hauptsächlich, weil ich meine Wasserflasche nicht bei mir hatte.
Das war wiederrum seine Schuld, hatte er doch in einem Anfall von Ordnungswahn diese wunderbare, leere Flasche Evian in ... Weiterlesen

EU-Verbraucherrechterichtlinie seit heute gültig - 30.01.2016

Heute ist Freitag der 13. Ob es damit zu tun hat, dass ausgerechnet heute das neue EU-Gesetz in Kraft getreten ist, das bei Betreibern von Online-Shops für Aufregung sorgt?

Bis gestern 23:59 Uhr galt das alte Gesetz, pünktlich und ohne jede aufschiebende Wirkung seit 0:00 Uhr die VRRL, und zwar innerhalb von EU.

Die Richtlinie bringt etliche Veränderungen mit sich, sowohl für Verbraucher als auch für Online-Shops.

Eine der wichtigsten, für beide Seiten: Es gibt keinen konkludenten Widerruf mehr. Einfach die Ware ... Weiterlesen

Kochmüller geburtstagt - 30.01.2016

Kochmüller vertraute mir soeben an, dass er seinen Geburtstag diesmal nicht zu feiern gedenke. Da ich mich nicht erinnern konnte, jemals einen seinen Geburtstag feiernden Horst Kochmüller erlebt zu haben, enthielt ich mich eines Kommentars, fragte mich aber im selben Moment, wie alt Kochmüller eigentlich sei, weil ich es nicht nur nicht wusste, sondern erinnerlich auch noch nie gewusst hatte, was im Klartext bedeutete, dass ich nicht auf Additionen zurückgreifen konnte, die, wenn auch nur im Bereich des Schätzbaren, hätten vollzogen we ... Weiterlesen

Der Tod der Crew - 30.01.2016

Ich blende ihren Monolog über sich selbst aus und betrachte den frisch gemähten Rasen im Gehen. Sie und ihre Freundin spazieren vor mir und dem Tänzer. Ob das eine richtige Freundin ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist es auch nur eine dieser Zweckfreundschaften. Bestimmt verdienen wir es überhaupt nicht, dass die Kinder uns alle so beeindruckt anhimmeln. Nur wegen einem Auftritt auf einem dieser lächerlichen Stadtfesten. Wer sind wir denn schon?

Ausländer bin ich, hier in diesem unbekannten Land, in dem die Leute tagtäglich i ... Weiterlesen

Die Feuerwehr zum Abendrot - 30.01.2016

Eine Haarsträhne klebt an meiner Stirn. Ich versuche sie wegzublasen, doch der Schweiß hält sie fest. Du denkst bestimmt, dass ich sie doch einfach wegwischen könnte, aber im Moment sind weder meine Hände, noch meine Arme frei. Mit Erleichterung stelle ich fest, dass es der letzte Wäschestapel ist, den ich hochtragen muss. Meine Oberarme brennen vor Schmerz. Außerdem habe ich es satt die Treppen auf und ab zu steigen. Irgendwie hab‘ ich dieses Hotel an sich bereits satt. Dabei ist es erst sieben Monate her, dass ich angestellt worde ... Weiterlesen

Kochmüller schreibt einen Brief - 30.01.2016

Kochmüller begibt sich offenbar auf neue Pfade, wie ein postalischer Brief verriet, der mich weit nach Ostern erreichte, so spät also, weil ich für eine gewisse Zeit aushäusig geweilt hatte, somit keinen Zugriff auf meinen Briefkasten im Hause besaß. Dass ich auch elektronisch vorläufig nicht erreichbar sei, hatte ich Kochmüller per SMS mitgeteilt. Wenn es denn den Willen des Teufels gibt, so sah dieser offenbar vor, dass zur selben Zeit mein Smartphone wie auch mein Laptop Insuffizienz anmeldeten; ich war also vorerst vom Weltgescheh ... Weiterlesen

Der kleine, grüne Koffer auf Reisen - 30.01.2016

Ich packe in meinen kleinen, grünen Koffer… ein Rückflugticket. So eins mit ziemlich miesen Konditionen, eins der billigeren – wo man erst um die halbe Welt fliegen muss, nur um ein Nachbarland zu überspringen. Das Datum kann man natürlich ändern - was den Preis eh nur verdreifacht. Also ein wirkliches Schnäppchen, dieses Ticket, das ich sogar selbst ausdrucken darf. Um frühmorgens Zeit zu sparen, entschließe ich mich für den Online-Check-in am Vortag. Das kann ich wirklich empfehlen – wahrscheinlich bin ich ohnehin die einzige i ... Weiterlesen

Kochmüller über das Altern - 28.01.2016

Horst Kochmüller

Triviale Lücke

Eben war ich doch noch jung,
Malte zwar die Zukunft in Schwarzweiß,
Tupfte heimlich meine Farben aber dennoch,
Schämte mich für meine Zuversicht halt ein wenig.

Diskutierten wir nicht immer heftig,
Überzeugt von uns und unserer Funktion?
Hatten wir zu jeder Antwort wirklich Fragen?
Warum weiß ich heute nichts mehr sicher,

Außer, dass man Glück nicht haben kann?
Erst mal erkannt, war es das dann. Finito!
Was zählt, ist die ... Weiterlesen

Kochmüller zu einer Jugendsünde - 28.01.2016

Kochmüller wurde auf den Kopf zu gefragt, ob das derzeitig in den Medien immer öfter zitierte Gedicht


Sand

Wie Sand in meiner Hand
Zerrinst du mir,mein Traum


Man sagt, du seist nur Tagesrest


So geil, wie ich dich fand
Erlebt nen Tag ich kaum

 

 

tatsächlich von ihm, Horst Kochmüller stamme.

Der in dieser Weise Inkommodierte war indes um eine Antwort einmal mehr nicht verlegen, denn er erwiderte, es könne durchaus sein, dass er in läng ... Weiterlesen

Kochmüller erzählt einen Witz - 27.01.2016

Horst Kochmüller sei, leider während einer Live-Sendung, obwohl Kochmüller ja mehr als einmal nachgewiesen habe, dass es im deutschen Fernsehen echte Live-Sendungen nicht mehr gebe, gefragt worden, ob er einen Lieblingswitz habe, einen für Horst Kochmüller und dessen Befinden symptomatischen Witz. Neben ihm habe Peter Slooterdijk gesessen und laut ausgeatmet, weil er vermutlich froh darüber gewesen sei, um derlei nicht aufgefordert worden zu sein.
Selbstverständlich, habe Kochmüller nach Blickkontakt zu Slooterdijk geantwortet, ... Weiterlesen

Aus dem Takt ... - 26.01.2016

Wenn ich morgens das Laptop hochfahre, sind sie da. Viele meiner Freunde haben schon ihre Nachrichten hinterlassen. Bilder stürmen auf mich ein, Blumen, Tiere, Erinnerungsfotos an wichtige Meilensteine der Geschichte. Ich werde kleiner, als ich schon bin, angesichts dieser aktiven Präsenz. Innerhalb weniger Minuten weiß ich mehr und nehme gute Wünsche mit in meinen Tag; er soll wunderbar, angenehm, strahlend und sonnig werden. Ob mir mein Tag dies alles erfüllen kann? Ob ich ihn derart gestalte, dass er überhaupt eine Chance dazu bekom ... Weiterlesen

Kochmüller über Eigenlob - 26.01.2016

Kochmüller leugnet nicht, einst an Sitzblockaden teilgenommen zu haben. Daran werde er heutzutage stets erinnert, wenn er eine sogenannte Schreibblockade habe, wobei die Stoßrichtung des Wortes eine völlig andere sei. Habe er damals durch sein Sitzen in gewisse Vorgänge passiv eingreifen wollen, wobei er an der Formulierung passiv Eingreifen seine helle Freude habe, finde er heute oftmals keine Worte mehr, beispielsweise, wenn er aufgefordert werde, sein eigenes Tun bzw. Getanes in lobhudelnder Weise zu betonen, als ob nicht selbst der D ... Weiterlesen

Auf der anderen Leitung - 26.01.2016

Noch 15 Minuten bis Schluss. Meine Sitznachbarin und ich werfen uns einen unauffälligen Blick zu. „Räum‘ deinen Zettel weg, hast du das Zeichenverbot vergessen?“, meint sie mit einem ironischen Lächeln. Sie spricht verhältnismäßig leise, da wir uns angeblich nicht mehr unterhalten dürfen. Ich zucke mit den Schultern. „Mir doch egal.“, entgegne ich trotzig. „Aber er kommt sicher noch vor Schluss. Hast du die Kurzhaarige nicht gesehen?“, meint sie, mit dem Kinn in Richtung Tür deutend.

Nein, wir sind hier nicht in ... Weiterlesen

Geistesabwesend - 26.01.2016

Ein schwacher Hauch, nicht warm nicht kalt,
streift flüchtig meine Haut.
Er fordert, dass ich inne halt.
Mein Blick ins Leere schaut.

 

Die Zeit steht still,
weil er es will.

 

Doch schon im nächsten Augenblick
kehr' ich in diese Welt zurück.

 

 

(c) E. Wintermantel 2007

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Habe ich recht oder bekomme ich Recht? - 26.01.2016

Die deutsche Sprache enthält viele Fallstricke, und nicht einmal der Duden ist sich so gaaanz sicher, wie es denn nun richtig ist oder auch nicht.

Recht haben oder Recht bekommen ist auch so ein Beispiel und nicht dasselbe. Denn ich kann recht haben, deswegen aber noch lange kein Recht bekommen. Und schon gar nicht auf den ersten Blick sicher erkennbar ist es, ob es nun "recht" oder "Recht" geschrieben werden muss, außer man lernt folgenden Link einfach auswendig: http://www.dude ... Weiterlesen

Kochmüller, die FDP und der Frieden - 25.01.2016

Kochmüller sei einst ein friedensbewegter junger Mann gewesen, behauptet er. Im Grunde sei er noch immer Frieden liebend, nur verliere er sukzessive das Gefühl dafür, mit wem eigentlich ein solcher geschlossen werden müsse. Die Persönlichkeiten, die noch ein Gespür für das, worum es eigentlich gehe, seien mittlerweile weggestorben, wobei er das im Wortsinne meine, sie seien gestorben und damit weg. Hauptsache sei ja Wachstum, das habe ja die allgemeine Befindlichkeit mit dem Karzinom gemein. Von allem gebe es mittlerweile genug, nein: ... Weiterlesen

Kochmüller über Verhältnisse - 25.01.2016

Kochmüller hat durchblicken lassen, daß er am 21. Dezember, obschon er wegen seiner Verstrickungen in vorweihnachtlichen Kaufrausch, den er sub sigillo einen ausgemachten Totalblödsinn nenne, schon seit Tagen kaum ansprechbar geschweige anschreibbar sei, dennoch Kunde von Maximilian Faxburger erhalten habe, endlich wieder einmal, so Kochmüller, freilich nicht in gefaxter Form, also schwarz auf weiß, wie es über die längste Zeit der Fall gewesen sei, sondern in Anpassung an die neue Zeit, die allerdings weit vor Anbruch des dritten Jah ... Weiterlesen

Toll Schreiber und Goethe - 25.01.2016

Toll Schreiber nahm einen großen Schluck aus dem Tintenfäßchen. Es schmeckte herrlich nach alter Literatur, genau so, als hätte schon Goethe mit dieser Tinte seine drei Faust-Teile geschrieben. Toll Schreiber rülpste.

Dann betrachtete er das aufgeschlagene Buch, das vor ihm lag. Die Buchstaben der ersten 420 Seiten hatte er bereits verspeist, und dies sogar mit großem Vergnügen. Doch nun verspürte er eine gewisse Sattheit, und ihn überkam der Verdacht, dass dies am Buch liegen könnte. Tolstoi war harte Kost, das hätte er s ... Weiterlesen

200 Euro weniger - 25.01.2016

Im Grunde habe ich mich doch jetzt schon von dem Schock erholt. Trotzdem muss ich noch einmal tief Luft holen, um zu schlucken, bevor ich zu sprechen beginne. Die schmalen Augen des Direktors schauen mich prüfend durch seine rechteckige Intellektuellen-Brille an. Schließlich ist er es, der zuerst spricht. „Also da komm‘ ich aus dem Urlaub zurück und dann… so eine Geschichte… wo ich einmal weg bin… Weißt du, so ein Fehler… so ein Fehler kann jahrelange Arbeit zerstören. Ich hab’ schon Leute gesehen, deren gesamte Karriere d ... Weiterlesen

Kochmüller zur Feminismusdebatte - 25.01.2016

Kochmüller gibt zu, sich bei Facebook eingeschrieben zu haben, allerdings legt er Wert darauf, dass er dies längst als Fehler erkannt habe und zukünftig nicht mehr damit konfrontiert werden wolle. Auf offener Straße werde er bereits angeböbelt, weil ein Namensvetter, also mein anderer Korst Kochmüller, offenbar eine Sympathiekundgebung qua stilisiert erhobenem Daumen in Sachen BILD öffentlich gemacht habe. Es sei ja absurd, ihm eine Nähe zum Springer-Konzern zu unterschieben, weil jeder, der Horst Kochmüller, also den echten, also i ... Weiterlesen

Tagtraum - 25.01.2016

Es tut so gut, der Sonne Strahlen im Gesicht zu spüren.
Sie lassen mich an längst Vergang’nes denken.
Es ist, als ob zwei liebe Hände meine Haut berühren
und mir ersehnte Zärtlichkeiten schenken.

 

Schließ‘ ich die Augen, tauche ich in einen hellen Raum
und sehe dein Gesicht in diesem Strahlenschimmer.
Ich weiß, es ist nur wieder eines Sonnentages Traum,
doch ließ‘ ich gerne meine Augen zu – für immer.

 

(c) E. Wintermantel 2006

 

 

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Kochmüller diskret - 25.01.2016

Kochmüller hat sich entlocken lassen, dass er ein Bewunderer der Schriftstellerin Birgit Vanderbeke sei, nicht erst in letzter Zeit übrigens, sondern seit Geraumem. Alle verfügbaren Romane der Vanderbeke habe er nicht nur einmal, sondern mindestens ein zweites, wenn nicht gar drittes Mal gelesen, und zwar in der zugegebenermaßen fragwürdigen Absicht, das vanderbekesche Werk einem kochmüllerschen Ranking zu unterziehen. Ein solcher Versuch sei aber naturgemäß zum scheitern verurteilt gewesen, da keiner der Romane einer Birgit Vanderbe ... Weiterlesen

Aller Anfang ist - 25.01.2016

Seit etwa dreißig Minuten muss ich so dringend aufs Klo, dass ich mich beinahe anmache. Ja, ich weiß, ich sollte an irgendetwas anderes denken, etwas, das mich ablenkt. Etwas Positives. Blumen, lachende Kinder oder blökende Schafe. Das Geschrei von unten macht mir zu große Angst, um die Tür zu öffnen. Gerne hätte ich diese sicherheitshalber abgeschlossen, aber ob es einen Schlüssel für sie gibt und wo sich dieser befindet (falls er existiert), ist mir leider unbekannt.

2010. Es ist ein sonniger Frühlingstag. Paris, meine St ... Weiterlesen

Ödipus Kochmüller - 24.01.2016

Anlässlich der Zehnhjahrfeier der SPD-nahen Stiftung "Orgasmus auch für Hartz 4" hat sich Horst Kochmüller wie folgt geäußert: "Okay, Ödipus, alles klar. Aber ich steh nun mal auf Mutter, die alte Schreckschraube."
Sigmar Gabriel nickte das ab.

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Kochmüller und der Antikochmüllerismus - 24.01.2016

Kochmüller gab kürzlich zu bedenken, dass auch er nicht ewig lebe. Deshalb möge man weitestgehend darauf verzichten, schon zu Lebzeiten sein Werk in den Dreck zu ziehen, wie es augenblicklich opportun sei. Keine Zeitung könne er aufschlagen, ohne dass seine Augen sogleich über eine Horst-Kochmüller-Fotografie stolperten, worunter naturgemäß ein unflätiger, in jedem Falle aber defätistischer Schmähbeitrag über eine Kochmüllerei abgedruckt sei. Seiner Meinung bestehe ein allgemeiner Konsens, die Figur des öffentlichen Lebens Hors ... Weiterlesen

Kochmüller dichtet für´s Sonntagsblatt - 24.01.2016

Elfmalklug

 

Als wäre neun mal nicht genug!
Man kann’s auch gründlich übertreiben!
Dichten grenzt dann an Betrug,
Wenn die Reime sinnlos bleiben.

Beispiel: dieses Schnapsgedicht!
Es handelt ja von nichts zur Stund’;
Durch die Form täuscht es Gewicht
Nur vor, doch ist es gar nicht rund.

Setzt es an gewissen Stellen an;
Dann zwängt es sich in enge Mieder,
Worauf man es vergessen kann.
Vorerst erholt es sich nicht wieder.

Und das sag’ ich! ... Weiterlesen

Kochmüller und der Tod in Venedig - 24.01.2016

Kochmüller bestreitet nicht, dass er in den letzten Jahren des abgelaufenen Jahrtausends in bekannten Publikumsverlagen Ratgeber herausgegeben habe, obschon ihm dieses Genre zutiefst verhasst sei. Es habe halt Zeiten gegeben, in denen er es sich nicht habe aussuchen können, von wessen Geld er seine morgendlichen Brötchen bezahle. Er selbst halte sogenannte Ratgeberliteratur für ausgesprochen überflüssig und verzichtbar, könne aber nicht in Abrede stellen, dass ihm sogar in diesem Segment das ein oder andere Meisterwerk gelungen sei, . ... Weiterlesen

Verliebt, verlobt, beraubt - 23.01.2016

Wie so gut wie alles, hat die Frühschicht zwei Seiten. Die gute ist die, dass ich es interessant finde als eine der ersten wach zu sein. Die gesamte Vorstadt liegt in der Tiefschlafphase auf ihrer weichen Matratze und ich kann sie dabei beobachten. Ich sehe den Sonnenaufgang. Im RER habe ich einen Viererplatz für mich ganz alleine. Die Geschäfte auf dem Boulevard Hausmann sind alle noch zu, was dazu führt, dass dort, wo man sich normalerweise durch eine Menschenmenge drängen muss, absolut niemand ist. Du kannst die Ampel ignorieren, den ... Weiterlesen

Was die Größe der Brüste über die Anzahl der Kinder aussagt - 23.01.2016

Das hat jedenfalls Fiona seinerzeit, da war sie 17, von ihrem damals noch lebenden und geliebten Bruder Norman erfahren.

http://fiona-blog.com/2014/04/was-die-grose-der-bruste-uber-die-anzahl-d...

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Kochmüller und die Salafismusdebatte - 23.01.2016

Kochmüller zeigte sich gestern wieder einmal von seiner zerknirschten Seite, als man ihn neben einen Staatssekretär und einen Fachanwalt für Steuerhinterziehung in die zur besten Sendezeit ausgestrahlte Talkshow „Jetzt aber mal ehrlich“ setzte und ihn Gelegenheit gab, dem gerade zugeschalteten Teil der Welt zu erklären, warum er alles andere als zufrieden sei, weder mit sich noch mit Staatssekretären und Fachanwälten im allgemeinen, den ihm als Beisitzer zugedachten im besonderen. Schon die einleitenden Worte in Rede Stehender habe ... Weiterlesen

Torero Kochmüller - 23.01.2016

Kochmüller lies wieder einmal durchblicken, wie viel er von sich halte, weniger in charakterlicher Hinsicht, als Individuum also, denn in künstlerischer, mithin als Institution.
Aus selbiger ziehe er seine eigentliche Daseinsberechtigung, gab er zu. Wenn er sich nicht immer wieder aufs neue selbst Vorbild sei, könne er wahlweise Segel streichen oder Löffel abgeben, je nach Präferenz. Es setze ein dickes Fell voraus, wenn er es einmal faunatisch ausdrücken dürfe, sich jeden Tag aufs Neue mit dem Wissen, Horst Kochmüller zu sein, ... Weiterlesen

Kochmüller an Maximilian - 22.01.2016

Lieber Maximilian!

 

• Lange habe ich mit mir gerungen, und vom Ringen erschöpft, schweißgebadet förmlich, habe ich mich entschlossen, Ihnen auf direktem Wege Kunde zu geben, Kunde von meiner inneren Ergriffenheit, die zwar, einer Dauererektion ähnlich, sukzessive unangenehm, indes des Blues voll ist und von Ihrem Blues, in dem Sie den zwar nicht den Larry, wohl aber den Harris heraushängen haben lassen, Chorus über Chorus, wie es schon zu unseren Quartettzeiten nicht selten der Fall war, ich erinnere mich, nur um ei ... Weiterlesen

Feierabend - 22.01.2016

Wir sind im Jahre 2012, während einem der Wintermonate, in einer pariser Vorstadt. Es ist eine der ruhigeren: Am Hügel haben die Ärzte und Anwälte ihre Häuser und die Strasse hochgehend trifft man auf artige Schüler mit gesenktem Blick. Wir wohnen nicht auf dem Hügel, sondern unten, neben dem RER-Bahnhof. Das ist praktisch. Gleichzeitig bedeutet es, dass die Durchzugsstrasse direkt unter unserem Fenster vorbeigeht und die Leute, die sich tagsüber damit beschäftigen Flaschen vor dem Bahnhof zu leeren auch näher an unserem Haus, als ... Weiterlesen

Kochmüller und Hans Meiser - 22.01.2016

Kochmüller hat sub sigillo verlauten lassen, er wisse jetzt, wem er die auf niederträchtigste Weise an ihn, Kochmüller, herangetragenen Fragen nach M.M., hinter welcher Abkürzung sich, das wisse er nun, tatsächlich Maximilian ehemals Faxburger, nun aber Mailburger verberge, verdanke. Alle ihn, Kochmüller, seit Wochen und in einer geradezu penetranten Weise in puncto M.M. angegangen Habenden seien entweder verwandt oder verschwägert oder in einem Fall sowohl verwandt als auch verschwägert mit Klaus Keinfax, einem damaligen Bruder im W ... Weiterlesen

Meine persönliche Meinung - 21.01.2016

Meine persönliche Meinung

Ich hab' sie knapp und präzise auf einen Zettel notiert
und diesen gleich wieder im Zweifel zerknüllt.
Danach hab' ich alles Scharfe sorgsam umformuliert,
sozusagen in verbale Watte gehüllt.

Doch auch dies war mir noch nicht verbindlich genug,
also hab' ich's mit der Höflichkeitsfeile geschliffen.
Was letztlich übrig blieb, grenzte an Selbstbetrug.
Und als ich meine Meinung sagte, - hat sie keiner begriffen.

 

(c) E. Wintermantel 2009

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Die Linie sieben - 21.01.2016

Natürlich merkt man auf den ersten Blick, dass es sich bei der Wohnung um eine umgebaute Garage handelt. Die zwei Schlafzimmer am Ende des länglichen, an einen Gang erinnernden Raumes sind so winzig, dass ausser einem Bett und einem etwa 30cm breiten Schrank für nichts weiteres Platz ist. Aber ich habe eine Matratze für mich alleine. Wenn ich auf dieser liege, gelingt es der Sonne sogar mir durch ein Dachfenster die Nase zu kitzeln. Das Bad ist mit einer Schiebetür aus Plastik ausgestattet. Darin schafft man es nur mit Mühe sich um sic ... Weiterlesen

Kochmüller und der Fehdehandschuh - 21.01.2016

Kochmüller hat neue Kunde von Mailburger. Wie diese an ihn (Kochmüller) gelangt sei, bleibe bis zur Stunde ungeklärt. Fest stehe, dass Kochmüller nach dem gestrigen Erhalt einer Mail, die von niemand anderem als Mailer stammen könne, seinen PC nicht mehr in mailender Art und Weise nutzen könne, die für ihn die einzig notwendige, da der PC unvermöge sei, Befehle, noch die der einfachsten Art, entgegenzunehmen geschweige in der Folge Taten umzusetzen. Es handele sich zweifelsfrei, so Kochmüller, um einen fortgeschrittenen Verseuchungs ... Weiterlesen

Kochmüller und das eigene Werk - 21.01.2016

Kochmüller hat durchblicken lassen, dass für ihn in der Buchhandlung Faltermüller neuerdings Hausverbot gelte. Nicht etwa, dass er unter dieser Restriktion leide, so Kochmüller; im Grunde sei man ihm faltermüllerseits lediglich zuvorgekommen, denn er selbst sei bereits seit Geraumem mit sich übereingekommen, in Rede stehende Buchhandlung nicht mehr zu betreten. Nur habe er nicht sang – bzw. klanglos seine Faltermüller-Besuche einstellen wollen sondern selbige erklärtermaßen, und zwar vor Ort von der Liste seiner zukünftigen Einka ... Weiterlesen

Was ist es wert? - 21.01.2016

Die Frage nach der Wertschätzung von Ideen, Gegenständen ... letztlich Produkten, beschäftigt mich immer wieder und auch heute.
Der aktuelle Auslöser meines darüber Nachdenkens war einerseits ein Buch, andererseits waren es die Erdbeeren.
Richtig gelesen: die Erdbeeren!
Die Saison beginnt, die ersten roten Gesellen werden von Spanien zu uns geschippert und locken rot aus den Obstständen. Aber sie sind noch viel zu teuer, hört man es munkeln.

Deshalb frage ich mich, was bedeutet es, wenn irgendetwas Saison hat ... Weiterlesen

Vorgestellt - 20.01.2016

Auch ich möchte mich gerne vorstellen:

Mein Name ist Elisabeth Wintermantel. Ich wohne am Rand des Schwarzwalds, genauer gesagt, am östlichen Rand. Und insofern passt auch mein Nachname sehr gut, denn hier in meinem beschaulichen Wohnort sagt man, es wäre Sommer, wenn man den Wintermantel offen tragen könne.
Also, was will ich mehr? Ich bin gerüstet.

Ich mag so ziemlich alles, was mit Sprache und Schrift zu tun hat. So kann es durchaus vorkommen, dass ich mich einen Nachmittag lang mit Schriftzeichen, seien sie nun ... Weiterlesen

Die Kinder - 20.01.2016

Die Direktorin winkt mir von der Tür aus zu. Obwohl die Sonne meine Sicht blendet, bin ich sicher, dass es sich bei dem massigen Körper um den ihren handelt. Aufgrund des vorbeifliegenden Flugzeuges höre ich sie nur gedämpft, aber ich nehme an, dass es mein Name ist, den sie da ruft. Laut Elodie sind gestern 32 Flugzeuge übers Zentrum geflogen. Mit grossen Schritten beginne ich damit die Wiese zu überqueren. Währenddessen werfe ich einen kurzen Blick um mich. Patrick ist im Baumhaus und steckt seinen Kopf, sowie seine Arme durch das F ... Weiterlesen

Eine Hotelgeschichte - 20.01.2016

Ende Februar 2014, in Beziers, einer Stadt in Südfrankreich, etwa eine Stunde von der spanischen Grenze entfernt.
Diese Stadt hat eigentlich gar nichts besonderes an sich, lässt an eine einzige, grosse Industriezone denken- abgesehen vom Zentrum, das mit den vielen Krämerläden vor allem nachts an die pariser Vorstäde erinnert, in denen niemand wohnen will. In Beziers will übrigens auch niemand wohnen, schon gar nicht der breite Security. Er sitzt mir gegenüber, auf seinem Barhocker, und redet auf mich ein, während ich, an die B ... Weiterlesen

VLB als Referenzdatenbank - 19.01.2016

In Deutschland gilt das Buchpreisbindungsgesetz. Das bedeutet, dass überall in Deutschland ein Buch dasselbe kosten muss. Voraussetzung dafür ist, dass das Buch neu ist und von dem Verlag im VLB (Verzeichnis Lieferbarer Bücher) angelegt wurde.
Verkauft jemand im gewerblichen Sinne ein preisgebundenes Buch (also Buchhändler, aber auch Autoren im Rahmen einer Lesung), muss er sich an den zum Zeitpunkt des Verkaufs im VLB eingetragenen Preis zwingend halten. Dies wurde nun auch richterlich bestätigt: http://www.boersenblatt.net/819182.< ... Weiterlesen

Über die Kunst des Provozierens - 19.01.2016

Es gibt viele Arten des Provozierens.
Die einfachste Art geht so:
Beim Ficken ist spätestens vor dem Orgasmus niemand Atheist.
Zugegeben, ziemlich billig, kommt aber gut, wenn man SEO-Managern glauben darf.
Intelligenter ist es so:
Ich wäre so gerne ein Schwein.
Denn wer weiß schon, dass Schweine der Legende nach einen 30 Minuten langen Orgasmus haben? Quasi Provokation mit eingebautem IQ-Test. Wer es versteht, hat einen IQ von mehr als 30.
Oder so.
Aber der Meistergrad ist natürlich, wenn die ... Weiterlesen

Toll Schreiber - 19.01.2016

Toll Schreiber holte das Buch aus dem Regal und betrachtete den Einband. Kopfschüttelnd murmelte er etwas vor sich hin, und der Verkäufer wandte sich an einen anderen Kunden, der in seiner Nähe stand.
"Das macht er schon seit drei Stunden! Er holt irgendwelche Bücher aus dem Regal, schüttelt den Kopf und murmelt etwas. Ich verstehe das nicht!"
Der Kunde schaute zu Toll Schreiber und beobachtete ihn eine Weile.
"Ein armer Irrer", sagte er schließlich. "Sie sollten die Polizei rufen. Bestimmt ist er irgendwo entlaufen und ... Weiterlesen

Ode an die Schreibkunst - Suada einer Abgewiesenen - 18.01.2016

Ode an die Schreibkunst
Suada einer Abgewiesenen


Das Schreiben ist eine Zicke.

Ein Hybrid aus Heimsuchung und Verführung, ob männlich oder weiblich – ich kam noch nie dazu, darüber zu sinnieren. Ich liebe es, solange ich denken kann, ich hasse es mit der Inbrunst derer, die gelegentlich unter stummer Versagung zu leiden hatten oder haben.

Ein Buhlen und Baggern ist es mir immer um seine gefällige Aufmerksamkeit, um ein gnädiges Zugeständnis im Zufluss von Worten. Geliebte bin ich, ke ... Weiterlesen

Sorgenkinder - 18.01.2016

Sorgenkinder - Don’t worry, be happy

Wirklich Sorgen mache er sich, so der livrierte Bahnbedienstete an seinem Terminal neulich nach Fünf. Rauft sich das verbliebene Haupthaar, sieht mich nachdenklich an. Wo das noch hinführen solle; es beruhige ihn oft allein der signalrote Alarmknopf unter seiner Schreibtischplatte, da käme schnell Hilfe. Und er könne echt was vertragen, doch manches ginge dann doch wirklich zu weit.

Vorausgegangen war ein schlichter Umtauschvorgang von Fahrkarte in Gutschein, eine kleine Fachs ... Weiterlesen

Perspektiven - 16.01.2016

Perspektiven sind das Wichtigste überhaupt. Sie erst ermöglichen es, etwas zu erkennen. Betrachtet man etwas aus unterschiedlichen Perspektiven, wird erst erkennbar, wie unterschiedlich es aussehen kann, ohne dass es sich verändert.
Perspektiven in einer Erzählung, ja, im Geschriebenen überhaupt, spielen eine wichtige Rolle, wenn nicht sogar die wichtigste. Ist das bei einem Film noch halbwegs offensichtlich und gut erkennbar, wie Regisseur und Kameramann mit der Perspektive arbeiten, ist es bei einem Roman diskreter - dennoch mindes ... Weiterlesen

Willkommen liebe Leser - 14.01.2016

Hallo zusammen,

Der Höflichkeit halber werde ich mich erst einmal vorstellen:
Ich heisse Katharina, wobei ich diesen Namen bisher eher ablehnte, was dazu führte, dass mich so gut wie jeder Kathi nennt. Abgesehen von meiner Grossmutter, die, wann immer mich jemand am Festnetz anrief « Kathariiiiiiinaaaa » durchs ganze Haus rief, so, dass es die gesamte Nachbarschaft hörte.

Aber das war damals, als ich noch in diesem kleinen Dorf in der Nähe von Graz, in Österreich lebte. Es ist ein nettes Dorf, so ganz klassisch, ... Weiterlesen

Kochmüller dienstagt - 13.01.2016

Es geschah aber an einem Dienstag, dass auf dem städtischen Friedhof Süd, der allerdings den östlichsten Teil der Stadt, von der hier die Rede ist, gegen die Nachbarstadt Bedburg begrenzte, Meldung von einem unerhörten Vorfall erfolgte, und das erst um halb elf, also bereits 180 Minuten nach Öffnung der Friedhofspforten. Fürwahr ein Skandal, zumindest für Frau Eltrude Koch, die wie gewohnt ihrem Gatten selig den gelesenen Tagesanzeiger aufs Grab legen wollte und dabei feststellte, dass auf dem bereits tausendfach besuchten Grabstein e ... Weiterlesen

Moskito - 13.01.2016

Ihm schwankte der Boden. Wider ärztliches Anraten, unter besorgten Blicken seiner Gefährten der letzten Tage hatte er eine einsame Entscheidung getroffen. Er wollte nach Hause. Was auch immer das war, er konnte kaum erinnern, welche Energie dieser Zielvorstellung entsprach. Nach Hause. Fast peinlich berührt war er gewesen, als er nach Tagen umtriebig-fiebriger Suche in der Landschaft seines Herzens gefunden hatte, wonach er sich sehnte.

Nach Heimat.

Die Malaria war wie ein Schwert. In einer Gnadenlosigkeit hatte sie alles, ... Weiterlesen

Der kleine König - ein Weihnachtsmärchen mit Huhn - 13.01.2016

Es war Winter geworden im Reich des kleinen Königs, der Schnee hatte lustige Hütchen auf die Zinnen des Königsschlosses getupft und die Pferde wirbelten glitzernde Staubwolken auf in ihrem geschäftigen Treiben. Die Mittagsstunde hatte geläutet, das Gesinde schnatterte im emsigen Tun und jedes dahingesagte Wort schwebte davon an einem silbrigen Wölkchen.
Ein friedliches Bild, die Kamine rauchten und es duftete herrlich nach Gebratenem und Gesottenem aus der höfischen Küche.
Der Koch legte eilig letzte Hand an, alsbald wür ... Weiterlesen