Lust auf eine Lesung?

In Linz am Rhein, zwischen Bonn und Koblenz, findet am 14. und 15.Oktober der traditionelle Kunsthandwerkermarkt statt. Und am 14.10.ab 18 Uhr wird Linz noch bunter, denn sie wird ausgeleuchtet: Linz leuchtet.

Viele Veranstaltungen machen das bunte Treiben noch bunter, unter anderem liest Susanna M. Farkas im Café Kitsch aus ihren Büchern. Ein Besuch lohnt sich!

 

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Fiona

Fiona - Beginn (Band 1)


Auftakt der Fantasy-Serie, in der Fiona ihre wahren Fähigkeiten erst nach und nach entdeckt.   Als Norman, Fionas junger Bruder, bei einem Autounfall um sein Leben kommt, ist schn ...
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Fiona - Entscheidungen (Band 2)


Eigentlich geht es Fiona gut. Sie hat einen Mann, einen Hund und einen fordernden Job. Warum sie trotzdem den geheimnisvollen Anwalt anruft, der damals nachts an ihrem Krankenbett aufgetaucht war, ...
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Fiona - Gefühle (Band 3)


Während sich Fiona noch nicht damit abfinden will, dass Katharina jeden Kontakt zu ihr abgebrochen hat und ihr aus dem Weg geht, muss sie als Kriegerin für das Gleichgewicht sorgen. Eine durchgek ...
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Blogbeitrag: Die blassrosa Premiere Teil 1 - 03.02.2016

Da der Spiegel nur meinen Oberkörper zeigt, mache ich ein paar Schritte nach hinten. Vielleicht hätte ich Make-Up auftragen sollen, aber irgendwie sind mir solche Nebensächlichkeiten in letzter Zeit alles andere als wichtig. Mein Outfit ist gar nicht so grell, wie ich erwartet habe. Wobei man als Veranstalter doch bestimmt greller sein darf, als seine Zuschauer. Dürfen ist in diesem Fall sowieso ein ziemlich dummes Wort. Ist dürfen nicht immer ein dummes Wort? Ich trage einen Rock mit orange-pinkfarbenem Muster. Vielleicht ist der sogar ein Einzelstück – auf alle Fälle habe ich noch nie irgendjemand anders mit diesem Muster gesehen, ob jetzt in Frankreich, oder hier in Österreich. So genau weiß ich das nicht, da er ein Geschenk war. Dazu habe ich ein Shirt in demselben pink ausgesucht. Ein wenig „entgrellt“ wird das Ganze von einem schwarzen Jackett. Ich atme tief ein und aus, um mich auf das zu konzentrieren, was ich zu tun habe. Beim Einatmen hebt sich mein Bauch und beim Ausatmen senkt er sich. In Gedanken spreche ich mir selbst Mut zu. „Der Moment ist gekommen.“, sage ich in freudiger Aufregung. Seit etwa einem Monat zerbreche ich mir den Kopf über diesen Abend. Seitdem habe ich hin und wieder den Eidechsen in unserem Garten vorgelesen. Es könnte schon sein, dass mich die französischen Weinbauern als verrückt erklärt haben. Aber solange es den Eidechsen gefallen hat stört mich das überhaupt nicht.

Ich gehe zurück in den Vorraum, der sich in den letzten dreißig Minuten gefüllt hat. Einige Besucher sind gekommen, während ich draußen war. Ich begrüße sie. Ich habe mir die französische Küsschen-Begrüßung so angewöhnt, dass es mich ein wenig verwirrt, wenn mir Bekannte ihre Hand entgegenstrecken. Während des Smalltalks driften meine Gedanken ab, zu dem Ablauf der bald beginnenden Lesung. „Aber falls du jemanden rausholst…“, beginnt eine eben hereingekommene Freundin mit weit aufgezogenen Augen – „…weil du gemeint hast es ist interaktiv und so… dann nur ja nicht mich, das weißt du eh!“. Ich nicke leicht abwesend. Das Gefühl etwas Wichtiges vergessen zu haben verstärkt sich. Bestimmt bilde ich mir das nur ein…, versuche ich mich zu beruhigen. Kurz darauf steht mir auch schon jemand anders gegenüber. „Nein, nein, jetzt wohne ich in Südfrankreich.“, stelle ich, immer noch ziemlich abwesend, richtig. Währenddessen überlege ich, wo der Quittungsblock sein könnte. Da kommt meine Tante zur Tür herein. Ich stehe nicht weit von ihr, was dazu führt, dass unsere Blicke sich kreuzen und wir sogleich in schallendes Gelächter ausbrechen. So schallend, dass all die Keks-Essenden, Smalltalk-Führenden, und anderen Wartenden ihre Köpfe in unsere Richtung drehen. Meine Tante trägt ein ausgefallenes, orange-pinkfarbenes Jackett zu einer Jeans. Das könnte sogar ein Einzelstück sein. Was es weniger einzigartig macht und der Grund für unser Gelächter ist, ist, dass es anscheinend zu meinem Rock gehört. Jetzt beginnen auch die anderen Personen, die sich im Vorraum befinden zu Lachen. Das könnte vielleicht von irgendwem als hervorragender Einstieg in eine humoristische Lesung gedeutet werden.

Mein Bruder, der aus der Richtung der Säle auf mich zukommt, hat einen um einiges ernsteren Gesichtsausdruck. Anscheinend hat er den Jackett-Vorfall nicht mitbekommen. „Lena kommt gleich – sie ist nicht sicher, ob sie das erste Stück gut genug kann.“, flüstert er mir im Vorbeigehen zu. Natürlich, da war ja noch was zwischen Kekstellern, Quittungsblöcken und Smalltalk – der Auftritt. Ich schaue verwirrt um mich und verlasse den Vorraum, um im Eingang auf meine Schwester zu warten. Wieder atme ich bewusst ein und aus. Das war schon ein ziemliches Risiko von Frankreich aus all diese Einlagen zu planen – vielleicht wäre es doch besser eine ganz klassische Lesung… Da steht auch schon meine Schwester vor mir. Eigentlich sieht sie gar nicht so gestresst aus, wie ich dachte. Aber es ist ohnehin schon zu spät um irgendetwas zu ändern oder abzublasen- der Beginn war für 19H angekündigt und mittlerweile ist es 19H15. Lena ist direkt von der Arbeit gekommen, was ihren Stressfaktor bestimmt nicht verringert hat. Was auch immer - Entweder wir machen das jetzt - und machen das Beste daraus oder:... Oder was? Es gibt keine andere Option- im Internet habe ich das Ganze auch noch gehypt als wäre es die Veranstaltung des Jahres... Bewusst verdränge ich meine Nervosität und folge meiner Schwester in die Toiletten. Sie verschwindet in einer Kabine, um sich umzuziehen. „Weißt du, es ist eigentlich egal…“, beginne ich. „Der Beginn ist doch ein lustiges Stück, also falls du es verkackst, fährst du einfach ganz schnell über alle Klaviertasten, als wäre es Absicht.“, schlage ich vor. Meine Stimme klingt überzeugter, als ich es bin. „Du hast recht, das habe ich mir auch gerade gedacht.“, kommt die Antwort aus der Kabine. Meine Schwester scheine ich beruhigt zu haben. Mich selbst noch nicht so ganz. Auf geht’s.